Neukonzeption GRW-/ GK-Unterricht

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Die Landesdelegiertenkonferenz hat beschlossen:

das Abschlusspapier des Ausschusses in der dargelegten Form anzunehmen.

Neukonzeptionierung des GRW und GK Unterrichts

In Zeiten von sinkender Wahlbeteiligung und steigender Politikverdrossenheit wird es immer wichtiger, politische Bildung und kritisches Denken als Bestandteil schulischer Kompetenzvermittlung zu etablieren. Dahingehend spielen die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer im Allgemeinen und der GRW/GK-Unterricht im Speziellen eine große Rolle. Um den Reformbedarf zu analysieren und ein nachhaltiges Konzept für politische Bildung und die Neuentwicklung des GRW/GK-Unterrichtes zu konzeptionieren, hat sich ein Ausschuss des Landesschülerrates mit diesem Thema beschäftigt. Dessen Erarbeitung liegt nun der Landesdelegiertenkonferenz vor. Zunächst ist festzustellen, dass eine reine Erhöhung der Stundenanzahl des Unterrichtsfaches nicht proportional Politikverdrossenheit abbauen wird. Vielmehr braucht es eine erhöhte Qualität des Unterrichtes. Nur so kann das Interesse an politischen Zusammenhängen gestärkt werden. Diese Qualität hängt maßgeblich vom Lehrer ab. Doch das Lehrpersonal hat im Rahmen des GRW und GK Unterrichtes oft nicht den nötigen Freiraum, um offen und ausreichend über politische Themen zu diskutieren, die aktuell sind oder die Lebenswirklichkeit der Schüler direkt betreffen.
Deswegen müssen als erstes Freiräume geschaffen werden. Der Lehrer muss freier über die Unterrichtszeit verfügen können, um den Unterricht optimal zu gestalten. Dazu braucht es natürlich auch intensive Fortbildungen der Lehrkräfte, um qualifiziert offenere Unterrichtsmethoden, wie Diskussionsforen und Runden moderieren zu können. Wenn die Möglichkeiten da sind, sollten Hemmschwellen auch abgebaut werden. Grundsätzliches Vertrauen in die Kompetenzen des Lehrpersonals ist trotzdem wichtig.
Um nötigen Freiraum auch zu gewährleisten, sollte der Lehrplan entschlackt und die Einführung des Faches um ein Schuljahr vorgezogen werden. Das bedeutet für Oberschulen und Gymnasien, dass schon ab Klasse 8 jeweils GK oder GRW unterrichtet wird. Um das Stundenpensum nicht zu erhöhen, sollen an Oberschulen dafür Kunst und Musik nur noch im Wechsel stattfinden. Damit würde eine Stunde frei für den GK Unterricht. An Gymnasien sollte Musik auf eine Stunde reduziert werden, damit hier eine Stunde für den GRW Unterricht frei wird. Möglich ist jeweils auch, die Fächer im Block wechseln zu lassen. Für die Neuorientierung des Lehrplans muss im Vordergrund stehen, dass den Schülern die gelebte politische Wirklichkeit verständlich und komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge erlebbar und nachvollziehbar gemacht werden. Im Moment sind die Themen teilweise lebensfern und nicht vernetzt. Dazu gehört:


• Die Themenfindung des Lehrplans durch einen zivilen Beirat zu diskutieren. Bestehend aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, wie der Schülervertretung oder NGOs. Damit können mittelfristige Anpassungen vorgenommen werden, wie z.B. die Einbindung von intensivierter Finanzbildung oder Details zum Asylrecht.
• Den Themen einen höheren Praxisbezug zu verleihen. Deswegen sollten im Unterricht Parteiprogramme neutral analysiert und kritisch diskutiert werden, die SV-Arbeit eine erhöhte Rolle spielen und kommunalpolitische Fragen verstärkt eine größere Rolle spielen. Dazu gehört gerade bei der Schülervertretung die direkte Einbindung des KSR/SSR oder des LSR.
• Außerdem sind Planspiele vermehrt zu integrieren. Sowohl in Bezug auf die politische Bühne, als auch die ökonomische. Dazu zählen auch Besuche an den Orten politischen und ökonomischen Geschehens.
• Schüler eigene Erfahrungen sammeln und austauschen zu lassen und durch den Umgang neues Bewusstsein zu schaffen. Nur durch die konkrete Erfahrung, etwas bewegen zu können, werden Jugendliche wieder Interesse an den politischen Mechanismen zeigen.

Ferner muss an allen Gymnasien ein Leistungskurs GRW geschaffen werden, wie er derzeit schon am Landesgymnasium Sankt Afra zu finden ist. Außerdem darf GRW in der Oberstufe nicht mehr abwählbar sein. Dafür muss ein anderes Ersetzungsfach gefunden werden.

Konkrete Lehrplanreformen

Schulübergreifende Änderungen:


• Der Lernauftrag sollte auf kritisches Denken erweitert werden.
• Das Fach sollte inhaltlich vorbereitet werden in unteren Klassenstufen, z.B. durch Projektwochen, bei denen keine Benotung erfolgt.
• Wichtig sind nicht nur die lokale und die regionale Ebene, sondern auch die schulische.
• Neben außerschulischen Lernorten sollten auch politische Inhalte einbezogen werden.

Oberschulen

  • Klassenstufe 8:
    • LB 1 der Klassenstufe 9: Begegnung mit Politik und Recht
      • Stundenzahl auf 10 ausbauen
      • Ausbau Themenfeld Schülermitwirkung
      • Einladung von LSR/KSR/SSR, Schülersprecher (Schülervertretung)
    • Vorschläge für einen LB 2 der Klassenstufe 8: Diskussion und Rhetorik mit 9 Stunden
      • Einbeziehung von Diskussionsforen, rhetorischen Kenntnissen und Präsentationstechnicken
  • Klassenstufe 9:
    • Alle LB verändern sich in ihrer Nummerierung durch die Verschiebung des LB 1
    • LB 2: Die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Sachsen
      • Auf Kommunaler Ebene die Einbeziehung von: Jugendforen und Jugendparlamenten.
      • Integration Wahlpflicht 1:Politikerin ein Traumjob?
  • Erweiterung auf Parteiprogramme
    • LB 4: Die soziale Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland
      • Praxisbezug erhöhen, Wirtschaftskompetenzen
  • Klassenstufe 10:
    • LB 1: Der Prozess der Europäischen Einigung
      • Streichung: Szenario, Zukunftswerkstatt, „Europäischer Schülerwettbewerb“
      • Ersetzen durch das Planspiele MdU
      • Integration des Wahlpflicht 1: der Freistaat Sachsen und die Europäische Union
      • Erhöhung um 4 Stunden
    • LB 2: Globale Zusammenarbeit für Frieden, Sicherheit und nachhaltige Entwicklung
      • Teilnahme einer Friedensorganisationen neben dem Sicherheitsreferenten der Bundeswehr
    • LB 3: Fallbeispiel: Analyse eines aktuellen politischen oder rechtlichen Problems
      • Änderung in ein Szenario oder Planspiel

Gymnasien

  • Klassenstufe 8:
    • LB 1: LB 1 Klassenstufe 9: Partizipation und politische Ordnung in der Bundesrepublik
      • erweitert um 5 Stunden
      • Ausbau Themenfeld Schülermitwirkung
      • Einladung von LSR/KSR/SSR, Schülersprecher (Schülervertretung)
    • Vorschläge für einen LB 2 der Klassenstufe 8: Diskussion und Rhetorik mit 9 Stunden
      • Einbeziehung von Diskussionsforen, rhetorischen Kenntnissen und Präsentationstechnicken
    • Wahlpflicht 1 und 2 der Klassenstufe 9: „Politische Partizipation“ und „Demokratie und Toleranz“
  • Klassenstufe 9:
    • Alle LB verändern sich in ihrer Nummerierung durch die Verschiebung des LB 1
    • LB 2: Recht und Rechtsordnung in der Bundesrepublik Deutschland
      • Erweiterung auf 5 Stunden, damit die ordnungsgemäße Durchführung gewährleistet wird.
      • Wahlpflicht 3 integrieren: Recht und Gerechtigkeit
    • LB 3: LB 2 Klassenstufe 10: Internationale Beziehungen
  • Klassenstufe 10:
    • LB 1: Wirtschaft und Wirtschaftsordnung in der Bundesrepublik Deutschland
      • Erweiterung um 15 Stunden
      • BO/StO erweitern
      • Wahlpflicht 1, 4 integrieren: „Unternehmen und Entscheidung“, „Verwaltungsverfahren und Dienstleistungen“
      • Praxiswissen ausbauen, dazu gehören Unternehmensgründungen und die Steuererklärung.
  • Klassenstufe 11:
    • LB 1:Internationale Politik in der globalisierten Welt
      • 4 Stunden streichen
  • Klassenstufe 12:
    • Keine Reformpunkte