Schulsozialarbeit

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Das Kernanliegen von Schule ist es nicht nur, Schüler in einzelnen Fächern auszubilden, sondern sie auch zu verantwortungsbewussten Menschen heranzuziehen, die wissen, wie man fair miteinander umgeht und die sich in der Gemeinschaft gut zurecht finden. Die Schule ist auch ein Ort der Erziehung und der Unterstützung der Schülerinnen und Schüler in ihrerPersönlichkeitsentwicklung. Wichtig für das Lernklima eines jeden Schülers ist, dass auch das sozialeUmfeld stimmt. In all diesen Punkten kann Schulsozialarbeit einen wesentlichenTeil beitragen. Andere Bundesländer, wie zum Beispiel der Freistaat Thüringen, haben die Zahl der Schulsozialarbeiter in letzter Zeit stark aufgestockt. Diese Länder sollten als Vorbild für den Freistaat Sachsen im Bereich der Schulsozialarbeit dienen.

IST-Stand

Momentan erlebt man an vielen sächsischen Schulen eine unzureichende soziale Begleitung von Schülerinnen und Schülern. Oft stehen nur Beratungslehrer als vertrauensvolle Ansprechpartner an den Schulen zur Verfügung. Sie versuchen zwar in den meisten Fällen nach bestem Wissen und Gewissen die Schüler zu unterstützen, sind jedoch auch gleichzeitig Lehrkraft der Schule und dadurch subjektiv geprägt und haben besonders in Zeiten des Lehrermangels zu wenig Zeit,sich um die vielfältigen Problemstellungen der Schülerschaft zu kümmern. Zudem sollten Versuche und Projekte, die dazu dienen,das Schulklima zu verbessern, eher von externen und dazu befähigten Menschen geschehen, da die Lehrerschaft oftmals Teil der innerschulischen Spannungen ist. Auch die Eltern können nicht immer angemessen auf Probleme des Kindes reagieren oder erkennen diese oft nicht. Schulsozialarbeiter werden nur an wenigen Schulen eingesetzt und sind in vielen Fällen nicht permanent ansprechbar. An Schulen, die durch Schulsozialarbeiter unterstützt werden, ist die Bedeutung und der Aufgabenbereich der Schulsozialarbeit oft nicht genau geklärt. Die Lehrer, die neben der Wissensvermittlung auch einen pädagogischen Auftrag haben, sind meistens überlastet und besitzen zum Teil eine unzureichende Qualifikation im Bereich der Schulsozialarbeit.

Ansatzpunkte von Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit kann an vielen Punkten ansetzen. Sie stellt in erster Linie Hilfe bei Problemen von Schülerinnen und Schüler wie Mobbing, Leistungsdruck, Suizidgedanken, ADHS, Vergewaltigungen, Vorurteilen, Diskriminierung, Ausgrenzung, Schulangst, Drogenproblemen oder schwierigen familiären Verhältnissen dar. Außerdem können Schulsozialarbeiter Präventions-und Aufklärungsarbeit betreiben, Schulprojekte anschieben, die Schulidentität und das Gemeinschaftsgefühl der Schülerschaft stärken sowie bei der Vermittlung von sozialen Kompetenzen unterstützend tätig werden. Schulsozialarbeiter sind unverzichtbar bei der Umsetzung von Inklusion. Sie unterstützen die Lehrerschaft bei der pädagogischen Begleitung der Schüler und des Schullebens.

Forderungen

Der LandesSchülerRat Sachsen fordert, bis zum Jahr 2020 eine flächendeckende Schulsozialarbeit an den sächsischen Schulen zu etablieren. Jede Schule soll über einen Schulsozialarbeiter verfügen, der mindestens 50% der Schulzeit an der Schule anwesend ist. Dabei müssen die Schularten Grundschule, Mittelschule, Förderschule, Gymnasien sowie an Berufsschulzentrenberücksichtigt werden.Es muss aus unserer Sicht eine klare gesetzliche Regelung für die Zuständigkeit geben. Die Kompetenz sollbeim Staatsministerium für Kultus liegen, da Schulsozialarbeit direkt mit anderen Bereichen der Schule abgestimmt werden muss. Auch die Finanzierung muss geklärt und auf stabile Füße gestellt werden. Ein Zusammenwirken zwischen Kommunen, Landkreisen, Freistaat und Bund ist dafür unerlässlich. Die Kommune allein kann die Ausgaben für Schulsozialarbeit nicht stemmen. Des Weiteren ist eine gute Ausbildung und Qualifikation der Schulsozialarbeiter nötig. Der Bedarf an Schulsozialarbeitern muss durch ausreichende Kapazitäten an den Hochschulen in Sachsen gedeckt werden. Die Schulsozialarbeit an den Schulen darf nicht von Lehrerkollegium und Schulleitung abhängig sein. Eine ständige Ansprechbarkeit der Schulsozialarbeiter an den Schulen ist dringend erforderlich, ebenso wie Räumlichkeiten, die eigens für die Schulsozialarbeit zurVerfügung gestellt werden sollen. Schulsozialarbeiter müssen sich durch offensive Arbeit auszeichnen, dürfen sich jedoch auch nicht den Schülern und Klassen aufdrängen. Eine Beeinflussung der Schülerratsarbeit durch Schulsozialarbeiter sollnicht geschehen. Bei Bedarf sollen Klassenleiterstunden von Schulsozialarbeitern begleitet werden, um Problemlagen aufzudecken und direkt Unterstützung leisten zu können. Eine Zusammenarbeit mit den Streitschlichtern der Schule ist sinnvoll. Auch die Betreuung eines Schulclubs ist möglich. Die Schulsozialarbeiter müssen in enger Zusammenarbeit mit Schulpsychologen und anderen externen Partnern stehen.Der Schulsozialarbeiter ist Vertrauensperson der Schülerschaft. Aus diesem Grund muss er auf die Individualität der Schulen und deren Schülerschaft abgestimmtsein. Die Schulkonferenz sollein Vetorecht bei der Einstellung des Schulsozialarbeiters der Schule haben.